Budenheimer U19 trifft kurz vor dem Bundesliga-Start auf Deutschlands Nachwuchselite
Am Freitag reist die männliche A1-Jugend der DJK Sportfreunde Budenheim nach Menden, um bis Sonntag am renommierten Huckschlag-Sauerlandcup teilzunehmen. Für die Mannschaft von Fabian Vollmar und Kai Schiebeler ist das hochklassig besetzte Einladungsturnier nach einer nicht reibungslos verlaufenden Vorbereitung ein Höhepunkt vor der ersten Erst-Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte.
In der vergangenen Saison hatte sich das Budenheimer U19-Team sensationell den Vizemeistertitel in der zweiten Jugendbundesliga und damit die Teilnahme an der Aufstiegsrunde gesichert – die schließlich mit der Qualifikation für die Erste Jugendbundesliga erfolgreich endete. „Nun wollen wir kurz vor dem Rundenstart gegen Mannschaften auf höchstem Niveau sehen, was unter Druck schon funktioniert und an welchen Dingen wir in den letzten beiden Wochen noch arbeiten müssen“, sagt Schiebeler. „Dafür ist dieses Turnier im Sauerland ideal.“
Ganz reibungslos verlief die Vorbereitung nicht. Nach der erfolgreichen Qualifikation zur Ersten Jugend-Bundesliga mussten die Sportfreunde über längere Zeit auf wichtige Spieler verzichten: Max Hessinger fiel mit einer Ellbogenverletzung aus, auch Henri Schleif stand der Mannschaft über Monate nicht zur Verfügung. Dadurch fehlten dem Trainerteam über weite Strecken der Vorbereitung personelle und taktische Optionen.
Gleichzeitig allerdings schöpfen Schiebeler und Vollmar dadurch Mut, dass sich der Kader gut entwickelt und sich die Neuzugänge gut integriert haben. „Die Mannschaft findet zunehmend zusammen“, so Vollmar, „und auch die zuvor verletzten Spieler arbeiten sich Schritt für Schritt zurück“. Der Sauerlandcup komme genau zum richtigen Zeitpunkt: Erstmals soll sich über ein komplettes Wochenende zeigen, wie gut das Budenheimer Ensemble gegen hochklassige Kontrahenten bereits harmoniert.
Bereits die Vorrunde am Samstag hat es in sich. Budenheim trifft in der Humpferthalle in Letmathe um 14.30 Uhr auf das HLZ Friesenheim-Hochdorf, um 16.16 Uhr auf die JSG Handball Köln und um 18.02 Uhr auf den TuSEM Essen. Am Sonntag geht es in einer Zwischenrunde weiter, in der die jeweils besten beiden Teams der vier Gruppen ins Viertelfinale einziehen.
Gleich das erste Spiel gegen Friesenheim-Hochdorf weckt Erinnerungen: Erst im Mai trafen beide Mannschaften in der entscheidenden Qualifikationsrunde zur Ersten Jugend-Bundesliga aufeinander. Budenheim gewann damals deutlich mit 28:18, wurde Gruppensieger und sicherte sich den erstmaligen Aufstieg in die höchste deutsche A-Jugend-Spielklasse. Zusätzliche Brisanz erhält das Wiedersehen durch Felix Gleißner: Der U16-Nationaltorhüter spielt weiterhin für das HLZ, besitzt für die neue Saison aber zugleich ein Zweitspielrecht für Budenheim.
Auch mit dem TuSEM Essen verbindet viele Spieler des Budenheimer Kaders eine besondere Geschichte. In der Meisterrunde der B-Jugend-Bundesliga 2024/25 verlor Budenheim das Hinspiel knapp mit 38:40, gewann anschließend das entscheidende Rückspiel vor rund 500 Zuschauern in der Waldsporthalle mit 43:35 und zog damit ins Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft ein. Wenig später trafen beide Teams erneut in der A-Jugend-Qualifikation aufeinander – diesmal mit dem besseren Ende für Essen.
Mit der JSG Handball Köln komplettiert ein weiterer etablierter Nachwuchsstandort die Gruppe. Damit bietet bereits der erste Turniertag genau das, was sich das Budenheimer Trainerteam gewünscht hat: drei Gegner auf hohem Niveau, kurze Erholungszeiten und kaum Gelegenheit, über längere Phasen nachzulassen.
„Das Ergebnis steht bei einem Vorbereitungsturnier nicht über allem“, erklärt Kai Schiebeler. Natürlich wolle er Spiele gewinnen. „Aber wichtiger ist für uns, wie die Mannschaft unter Belastung reagiert, wie schnell sie Lösungen gegen unterschiedliche Systeme findet und ob unsere Abläufe auch dann funktionieren, wenn die Beine schwer werden.“
Nach dem Sauerlandcup bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Bereits am 4. September wartet mit dem Benefizspiel gegen die U19 der Rhein-Neckar Löwen in Budenheim das nächste große Highlight, kurz darauf beginnt die Bundesliga-Spielzeit mit dem Auftakt beim TSV Bayer Dormagen. Der Sauerlandcup markiert damit den Übergang von der Vorbereitung in die unmittelbare Wettkampfphase – und wird zeigen, wie bereit die Sportfreunde für die erste Erstliga-Saison der Vereinsgeschichte bereits sind.