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U19: Ausverkaufte Grüne Hölle wird zur Bühne für Sport und guten Zweck

|   mA1-Jugend

500 Zuschauer in der Waldsporthalle, mehr als 1.000 gleichzeitig im Livestream und ein hochklassiges Duell zweier U19-Bundesligisten: Beim Benefizspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen erlebten die Sportfreunde Budenheim einen besonderen Handballabend. Sportlich setzte sich der favorisierte Nachwuchs der Löwen mit 39:34 (23:19) durch.

Schon vor dem Anwurf zeigte sich, welche Resonanz das gemeinsam von den DJK Sportfreunden Budenheim und der Sportstiftung Mainz & Rheinhessen organisierte Benefizspiel ausgelöst hatte. Die Waldsporthalle war mit 500 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch außerhalb der Halle war das Interesse außergewöhnlich groß: Im Livestream der Allgemeinen Zeitung verfolgten die Partie zeitweise mehr als 1.000 Zuschauer gleichzeitig.

Starker Budenheimer Start

Auf dem Feld erwischten zunächst die Gastgeber den besseren Start. Angetrieben von der Kulisse ging Budenheim mit 4:1 in Führung. Mit zunehmender Spieldauer fanden die Rhein-Neckar Löwen jedoch besser in die Begegnung und wurden ihrer Favoritenrolle immer stärker gerecht.

Die Gäste übernahmen die Führung und gingen mit einem 23:19-Vorsprung in die Pause. Budenheim ließ auch danach immer wieder erkennen, dass die Mannschaft die Qualität für die 1. U19-Bundesliga besitzt, konnte die Löwen aber nicht mehr entscheidend unter Druck setzen. Am Ende stand ein verdienter 39:34-Erfolg der Gäste.

Die Rhein-Neckar Löwen waren dabei kurzfristig ohne Jugendnationalspieler Tim Löhr angereist, der für einen Einsatz in der Drittligamannschaft vorgesehen war.

Für Budenheim stand eine Woche vor dem Saisonstart ohnehin nicht allein das Ergebnis im Mittelpunkt. Max Hessinger und Henri Schleif konnten nach ihren langen Verletzungspausen wieder Spielpraxis sammeln. Felix Gleißner, Peter Szabady und Felix Patrzalek erlebten ihren ersten Auftritt im Budenheimer Trikot vor einer ausverkauften Waldsporthalle. Auch Rückkehrer Maximilian Sieder lief wieder für die Sportfreunde auf.

„Natürlich wäre ein Sieg schön gewesen. Entscheidend war für uns aber, dass Max und Henri nach ihren langen Pausen wieder spielen konnten, die neuen Spieler diese besondere Kulisse erlebt haben und die Mannschaft gegen einen Gegner mit hohen sportlichen Ambitionen immer wieder gezeigt hat, dass sie auf diesem Niveau mithalten kann“, bilanzierte Budenheims Trainer Fabian Vollmar.

Auch Löwen-Trainer Martin Berger zog anschließend ein positives Fazit. Er bedankte sich für einen „tollen Handballabend“ sowie ein faires und gutes Spiel, wünschte Budenheim viel Erfolg für die Saison und signalisierte, gerne wiederzukommen.

Niklas Kaul pfeift die Partie an

Dass an diesem Abend weit mehr als das Ergebnis im Mittelpunkt stand, wurde bereits unmittelbar vor Spielbeginn deutlich. Mit Niklas Kaul war einer der prominentesten Sportler der Region in Budenheim zu Gast. Der Zehnkampf-Olympiasieger und Weltmeister, der selbst einmal in Saulheim Handball spielte, gab vor Ort Interviews, nahm sich Zeit für Fotos und pfiff die Begegnung symbolisch an.

Auch in der Halbzeitpause blieb es sportlich. Die „Jungen Wilden“ des ASV Mainz 88 präsentierten den Zuschauern den Ringsport und gaben einen Einblick in die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des Vereins.

Anschließend stand der 7-Meter-Speedshot auf dem Programm. Fünf Gäste traten mit jeweils zwei Würfen an. Mit dabei waren unter anderem die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Chiara Bouziane, Zehnkampf-Legende Guido Kratschmer und Siebenkämpferin Emma Kaul.

Der fünfte Teilnehmer wurde erst in der Halle bekannt gegeben: Markus Kaltenbach, langjähriger Betreuer und Vereinsangehöriger der Sportfreunde, wurde unter großem Beifall als Budenheimer „Local Hero“ aufgerufen. Kaltenbach gilt in der Handballabteilung seit vielen Jahren als eine der guten Seelen des Vereins.

Sieben der zehn Siebenmeter wurden verwandelt. Ursprünglich waren 100 Euro pro Treffer ausgelobt worden. Nach der Veranstaltung verdoppelte der Sponsor den Betrag auf 200 Euro je Treffer – damit brachte allein der Wettbewerb 1.400 Euro für den guten Zweck ein.

Auktion, Bundesliga-Schiedsrichter und besondere Atmosphäre

Auch nach dem Spiel wurde weiter für den guten Zweck gesammelt. Im Rahmen einer Online-Auktion kamen sechs signierte Sportartikel unter den Hammer. Dazu gehörten ein signierter Handball des THW Kiel sowie Trikots der Rhein-Neckar Löwen, der Budenheimer U19, der deutschen Handball-Nationalmannschaften der Männer und Frauen und des 1. FSV Mainz 05.

Die vollständigen Eintrittserlöse sowie die Einnahmen der Online-Auktion gehen an die Sportstiftung Mainz & Rheinhessen. Der Gesamterlös steht nach Abschluss der Abrechnung fest.

Einen besonderen Bezug zu Budenheim hatten auch die beiden Unparteiischen. Mit Paul Kijowski und Lukas Strüder leitete ein DHB-Bundesligagespann die Begegnung, dessen beide Schiedsrichter einst selbst das Budenheimer Trikot getragen hatten.

Für die passende akustische Kulisse sorgte eine eigens eingerichtete Beschallungsanlage von Kreuter Eventtechnik. Ermöglicht wurde diese durch die Unterstützung der Budenheimer Volksbank.

Ein Abend, der in Erinnerung bleibt

Hans Beth, Initiator und Vorstandsvorsitzender der Sportstiftung Mainz & Rheinhessen, benötigte unmittelbar nach der Veranstaltung nur zwei Worte für sein Fazit: „Einfach großartig.“

Auch Dirk Rochow und Andreas von Römer von den DJK Sportfreunden Budenheim sprachen von einem besonderen Benefizevent, das lange in Erinnerung bleiben werde. Von Römer hob insbesondere die sportartenübergreifende Arbeit der Sportstiftung hervor.

Das Benefizspiel setzte damit nicht nur sportlich einen besonderen Schlusspunkt unter die Vorbereitung der Budenheimer U19. Die ausverkaufte Waldsporthalle, die außergewöhnliche Resonanz im Livestream, zahlreiche prominente Unterstützer und das Zusammenspiel verschiedener Sportarten machten den Abend zu einer Veranstaltung, die weit über die 60 Minuten Handball hinausging.

Für die Budenheimer Mannschaft richtet sich der Blick nun auf den Saisonstart in der 1. U19-Bundesliga – und damit auf die nächsten Auftritte in der Grünen Hölle.