A-Jugend sammelt wichtige Erkenntnisse in Runde eins der Bundesliga-Qualifikation
Zwei intensive Tage, hochklassiger Jugendhandball und eine beeindruckende Atmosphäre in der Waldsporthalle: Auch wenn die A-Jugend der Sportfreunde Budenheim die erste Runde der Qualifikation zur Jugend-Bundesliga ohne Punkte abschloss, hinterließ das Wochenende innerhalb der Mannschaft deutlich mehr als nur nackte Ergebnisse. Vor allem die Art und Weise, wie sich das Team gegen einige der stärksten Nachwuchsmannschaften Deutschlands präsentierte, stimmte den Budenheimer Trainerstab trotz der Enttäuschung kämpferisch.
„Mit der Einstellung, Mentalität und dem Kampfgeist der Mannschaft bin ich extrem zufrieden. Die Jungs haben an diesem Wochenende wirklich alles reingehauen und können stolz darauf sein, wie sie sich gegen dieses Niveau präsentiert haben“, bilanzierte Trainer Fabian Vollmar nach Turnierende.
Der Turnierverlauf stellte die Budenheimer direkt vor die schwierigste Aufgabe. Mit der JSG Balingen-Weilstetten wartete zum Auftakt unmittelbar einer der großen Favoriten auf das Weiterkommen – besetzt mit mehreren Spielern auf höchstem nationalem Nachwuchsniveau. Die Sportfreunde lieferten dennoch einen starken Einstieg in das Wochenende und hielten die Partie über weite Strecken offen. Vor allem in der ersten Halbzeit gelang es, dem hohen Tempo und der individuellen Qualität der Gäste Paroli zu bieten. Im Verlauf der zweiten Halbzeit machte sich jedoch zunehmend bemerkbar, dass Budenheim personell deutlich dünner besetzt in das Turnier gegangen war als einige der Konkurrenten.
„Gerade in diesem kompakten Turniermodus entscheiden Breite, Physis und individuelle Qualität oft schon über zweimal 20 Minuten“, ordnete Vollmar ein.
Noch deutlicher wurde dies wenige Stunden später gegen FRISCH AUF! Göppingen. Trotz der hohen Belastung aus dem Auftaktspiel erwischten die Sportfreunde erneut den besseren Start und waren über weite Phasen der ersten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft. Zwischenzeitlich führte Budenheim mit 12:8 und zeigte dabei sowohl offensiv als auch defensiv eine starke Leistung. Doch erneut gelang es nicht, den hohen Aufwand bis zum Ende durchzuziehen. Göppingen arbeitete sich noch vor der Pause zurück in die Partie und nutzte in der zweiten Halbzeit die körperlichen Vorteile sowie die größere Kadertiefe konsequent aus. Besonders bitter: Bereits früh im Spiel musste mit Henri Schleif eine zentrale Stütze der Mannschaft verletzungsbedingt passen. Sowohl offensiv als auch defensiv wog dieser Ausfall schwer und war im weiteren Verlauf des Wochenendes kaum aufzufangen. Hinzu kamen weitere personelle Einschränkungen: Max Hessinger ging angeschlagen nach einem grippalen Infekt in das Turnier, Alvar Matsuura konnte nach seiner Rückkehr aus Tokio krankheitsbedingt nur eingeschränkt trainieren und Felix Kessel stand nach langer Knieverletzung erst seit kurzer Zeit wieder auf dem Feld. Trotzdem stemmte sich die Mannschaft mit großer Moral gegen die körperlich starken Gegner.
„Gerade nach dem Samstag hätte die Mannschaft auch auseinanderfallen können. Stattdessen haben die Jungs am Sonntag nochmal alles investiert und sich gegen die Situation gestemmt. Das sagt viel über den Charakter dieser Gruppe aus“, sagte Trainer Kai Schiebeler.
Durch die Ergebnisse des ersten Tages war bereits am Samstagabend klar, dass die Sportfreunde rechnerisch keine Chance mehr auf das Weiterkommen in dieser Qualifikationsrunde hatten. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Ausgangslage für Sonntag – auch mental. Dennoch präsentierte sich die Mannschaft gegen den VfL Gummersbach erneut mit beeindruckender Einstellung. Budenheim versuchte mit kreativen taktischen Lösungen, den personellen Problemen entgegenzuwirken und lieferte dem technisch stark ausgebildeten Nachwuchs des Traditionsvereins einen offenen Kampf. Vor allem Torhüter Paul Kohlmeier zeigte dabei erneut eine starke Leistung und hielt seine Mannschaft lange im Spiel. Positiv präsentierten sich zudem Timo Schorr, der auf der Rückraum-Mitte-Position immer wieder mit starken Eins-gegen-eins-Aktionen Akzente setzte, sowie Philipp Patrzalek. Der Linksaußen überzeugte nicht nur mit hoher Effektivität im Abschluss, sondern lieferte auch defensiv auf der Halbposition ein starkes Wochenende ab. Am Ende verhinderten jedoch erneut mangelnde Effizienz im Abschluss sowie schwindende Kräfte ein mögliches Erfolgserlebnis.
„Wir haben über das ganze Wochenende gesehen, dass wir auf diesem Niveau mithalten können. Aber wir haben uns auch immer wieder selbst im Weg gestanden – gerade über unsere Abschlussquote“, sagte Vollmar offen.
Im abschließenden Spiel gegen HT München, den amtierenden DHB-Pokalsieger, merkte man beiden Mannschaften die Belastung des Wochenendes deutlich an. Die erste Halbzeit verlief zunächst ausgeglichen, ehe Budenheim im weiteren Verlauf die letzten Reserven verlor. Die deutliche Niederlage fiel letztlich klarer aus, als es die Partie über weite Strecken widerspiegelte. Gleichzeitig stand für alle Beteiligten spätestens zu diesem Zeitpunkt vor allem im Vordergrund, das Wochenende verletzungsfrei zu beenden und die Kräfte für die kommende Aufgabe zu bündeln.
Unabhängig vom sportlichen Ausgang hinterließ das Wochenende rund um die Waldsporthalle einen starken Eindruck. Zeitweise verfolgten rund 400 Zuschauer die Spiele in der Waldsporthalle und sorgten gemeinsam mit den mitgereisten Fans der Gästeteams für eine beeindruckende Turnieratmosphäre. Die lautstarke Unterstützung von den Rängen gab der Mannschaft gerade in schwierigen Phasen zusätzliche Energie und spiegelte sich auch auf dem Feld wider.
„Es war fantastisch, in der Waldsporthalle solchen Spitzenhandball zu erleben. Die Unterstützung von den Rängen hat den Jungs unglaublich viel Energie gegeben“, so Vollmar.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Sportfreunden allerdings nicht. Bereits am Sonntagabend gab der DHB die Gruppen für die zweite Qualifikationsrunde bekannt. In Hochdorf trifft Budenheim erneut auf HT München und den VfL Gummersbach. Gastgeber wird das HLZ Friesenheim-Hochdorf sein, hinzu kommt mit Bissendorf-Holte der Vizemeister der 2. Bundesliga Nord. Die ersten drei Mannschaften der Fünfergruppe qualifizieren sich für die Jugend-Bundesliga. Damit treffen in Runde zwei gleich vier der stärksten Zweitligisten der vergangenen Saison sowie das ehemalige Erstliga-Team aus Hochdorf aufeinander. Für die Sportfreunde geht es nun zunächst darum, körperlich zu regenerieren, die intensive Belastung aufzuarbeiten und die kurze Trainingswoche für Analyse und Vorbereitung zu nutzen.
„Die Chance ist da, das haben wir an diesem Wochenende gesehen. Aber dafür muss nächstes Wochenende wirklich alles stimmen. Wir müssen besser sein als diesmal – und zwar klar besser“, blickte Vollmar voraus.
Die Ergebnisse taten weh, die Erkenntnisse aus diesem Wochenende könnten für die kommenden Tage jedoch enorm wertvoll werden. Denn trotz aller Rückschläge hat die Mannschaft gezeigt, dass sie gegen absolute Topgegner konkurrenzfähig sein kann – wenn Energie, Effizienz und personelle Situation zusammenpassen.
In Hochdorf wartet nun die nächste und vielleicht letzte Chance auf die Qualifikation für die Jugend-Bundesliga – und damit auf einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte.