Die SF Budenheim gewinnt bei der HSG Wittlich mit 30:29 (15:13)
Eigentlich ging es um nichts mehr: Budenheim ist in der Meisterrunde, Wittlich im Pokal. Doch wer ein entspanntes Handballspiel erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Aus dem Spiel wurde ein Handballkrimi bis zur letzten Sekunde.
Viel ausprobiert, wenig Spielfluss
Für die Sportfreunde stand die Vorbereitung im Vordergrund: den Auftritt gegen Dansenberg vergessen machen und Schwung für das Spiel gegen Nieder-Olm holen. Bei allem Respekt vor Wittlich wurde die Partie eher wie ein besseres Trainingsspiel angenommen, und dafür wurden verschiedene Formationen und Konstellationen ausprobiert. Auch die C-Jugendlichen bekamen dabei ihre Spielzeit.
Das Experiment hatte allerdings seinen Preis. Budenheim startete zwar stark und setzte sich auf 6:3 ab, aber der Spielfluss wollte sich einfach nicht einstellen. Angriffe blieben stecken, Kreuzungen wurden inkonsequent gelaufen, technische Fehler schlichen sich ein und auch im Abschluss fehlte die nötige Konsequenz. Die HSG witterte ihre Chance, kämpfte sich heran und glich zum 9:9 aus. Erst kurz vor der Pause zog Budenheim auf 15:12 davon, und mit 15:13 ging es in die Kabine.
Nach der Pause wie ausgewechselt
Dort muss es die richtigen Worte gegeben haben. Nach dem Seitenwechsel war plötzlich alles anders: sichere, schnelle Ballstafetten, funktionierende Kreuzungen, Angriffe, die konsequent zu Ende gespielt wurden. Aus 15:13 wurde 20:16, später sogar 24:17. Vor allem wenn die Leistungsträger gut ins Spiel fanden, überzeugte Budenheim nun mit einer dominanten Abwehr und hohem Tempo. Die Vorentscheidung schien gefallen.
Wittlich kämpft sich zurück
Doch Wittlich wollte davon nichts wissen. Die HSG verkürzte Tor um Tor und kam bis auf 26:27 heran. Die Zuschauer sahen ein Spiel, das plötzlich wieder auf der Kippe stand. Budenheim machte es sich dabei auch selbst unnötig schwer: Insgesamt standen 17 Fehlwürfe zu Buche. Hinzu kamen starke Wittlicher Torhüter, die sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Halbzeit mehrere gute Chancen zunichtemachten.
Ruhe bewahrt und Sieg gesichert
Allerdings zeigte sich jetzt die Budenheimer Reife und Ruhe. Statt in Hektik zu verfallen, spielten die Gäste die Uhr gekonnt herunter und setzten in der Abwehr Nadelstiche: Die Hauptschützen der Wittlicher wurden konsequent gestört und am Wurf gehindert. Zwei Treffer brachten das 29:26, doch die HSG schlug noch einmal zurück und verkürzte auf 28:29. Nach dem 30:28 der Gäste flammte kurz vor Schluss noch einmal Hoffnung auf, als Wittlich zum 29:30 traf. Für den Ausgleich reichte die Zeit nicht mehr und Budenheim brachte den Sieg über die Zeit.
Zwei Punkte und wichtige Erkenntnisse
So blieb am Ende ein durchaus positives Fazit aus einem Spiel, das eigentlich als lockere Vorbereitungspartie gedacht war, sich aber zu einer echten Zitterpartie entwickelte. Die 30 erzielten Tore zeigen die Offensivqualität, die 17 Fehlwürfe zugleich das größte Verbesserungspotenzial. In den starken Phasen präsentierte sich Budenheim mit viel Tempo, einer stabilen Abwehr und konsequent ausgespielten Angriffen. Dazu konnten die C-Jugendlichen wertvolle Erfahrungen sammeln. Unterm Strich gab es also die gewünschten guten Eindrücke – nur eben mit deutlich mehr Spannung als geplant.
Letztlich stehen wieder zwei Punkte zu Buche, und Budenheim bleibt bislang verlustpunktfrei.
Bleibt zu hoffen, dass die Erkenntnisse aus diesem Spiel im letzten Vorrundenspiel der Gruppe A der Regionalliga Südwest gegen den TV Nieder-Olm helfen, erneut eine ähnlich dominante Partie wie im Hinspiel zu zeigen und damit verlustpunktfrei in die Meisterrunde einzuziehen.
Showdown um den Gruppensieg
Am kommenden Sonntag, 27. September, um 14:00 Uhr steht für die Sportfreunde die nächste Auswärtsaufgabe auf dem Programm. Gegen den TV Nieder-Olm geht es dabei nicht nur um die nächsten beiden Punkte, sondern auch um den Gruppensieg. Die nächste Herausforderung wartet – und Budenheim will seine Serie fortsetzen. Nach fünf Spielen stehen fünf Siege zu Buche, nun sollen die nächsten und letzten zwei Punkte folgen.
Jonas Steigerwals (TW) Leander Glaubauf (7), Levi Mayer, Patrizio Marra (2), Phil Droßbach (5), Mika Mateskovic-Gill (1), Elias Kiene (1), Jona Risch (1), Linus Schleicher, Leo Maximilian Wittenzellner (3), Karl Dietrich (4), Henri Gransee (TW), Christian Kopp (4), Robin Schreiber (TW), Philipp Smedla und Maximilian Linn (2).