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U19: Wenn mehr als 40 Tore nicht reichen

|   mA1-Jugend

U19 der DJK Sportfreunde Budenheim unterliegt Leipzig im ersten Erstliga-Heimspiel

 

Nach einem 87-Tore-Spektakelspiel muss die männliche A-Jugend der Sportfreunde Budenheim weiter auf ihre ersten Punkte in der Ersten Jugend-Bundesliga Handball warten. Bei der historischen Heimpremiere gegen den SC DHfK Leipzig zeigte der Aufsteiger vor über 300 Zuschauern zwar eine starke Angriffsleistung und erzielte 42 Treffer. Problem: Die eigene Abwehr ließ 45 Gegentore zu. An diesem Samstag (26. September) können Fans im Mannschaftsbus mitfahren und die junge Sportfreunde-Mannschaft in ihrem zweiten Auswärtsspiel dieser Saison unterstützen. Gegner ist das baden-württembergische Team JANO Filder.

„Mit mehr als 40 erzielten Toren können wir offensiv sehr zufrieden sein“, so Trainer Fabian Vollmar nach dem Spiel. „Aber 45 Gegentore sind einfach zu viel. Viel zu viel!“ Sein Team habe schon in Dormagen gemerkt, dass die Intensität und vor allem die Qualität in den Eins-gegen-eins-Duellen in der Ersten Bundesliga noch einmal eine andere ist als in der vergangenen Zweitliga-Saison. „Hier fehlt uns momentan noch die Konsequenz im gebundenen Abwehrspiel“, so Vollmar. „Diese Umstellung müssen wir schnellstmöglich schaffen!“

Nach dem ordentlichen Auftritt zum Saisonauftakt in Dormagen (33:38-Niederlage) in der Vorwoche wollten die Sportfreunde auch bei ihrer Premiere vor heimischem Publikum zeigen, dass sie in der höchsten deutschen Nachwuchsspielklasse mithalten können. In der Offensive gelang das von Beginn an: Nach einem frühen 1:3-Rückstand brachte Ole Schiebeler die Gastgeber erstmals mit 5:4 in Führung (6. Minute). Die Tore fielen in der Folgezeit auf beiden Seiten beinahe im Halb-Minuten-Takt – was zum einen von einer extrem hohen Geschwindigkeit und von starken Offensivleistungen zeugt. Negativ betrachtet offenbarten sich jedoch von Beginn an die Probleme beider Teams in der Abwehrarbeit.

Acht Gegentore in Folge

Die Sportfreunde erarbeiten sich nach der Anfangsphase leichte Vorteile und konnten sich beim 10:7 (9.) durch Peter Szabady erstmals eine Drei-Tore-Führung herausspielen, die bis zum 12:9 (14.) Bestand hatte. Doch anschließend kippte das Spiel innerhalb weniger Minuten, ohne dass ein Grund dafür zu erkennen war. Nach acht Leipziger Treffern in Folge lagen die Sportfreunde plötzlich 12:17 zurück (21.). Dieser unerklärlichen Schwächephase folgte anschließend postwendend die stärkste Budenheimer Drangphase: Nach weiteren sieben Minuten erzielte Sportfreund Philipp Patrzalek den Anschlusstreffer zum 20:21 (28.), und mit einem knappen Zwei-Tore-Rückstand (23:24) ging es auch in die Halbzeitpause.

Budenheim nahm den Schwung zunächst mit in den zweiten Durchgang. Der japanische Nationalspieler Alvar Matsuura glich nach 28 Sekunden zum 24:24 aus, anschließend entwickelte sich bis zum 27:27 (36.) ein offener Schlagabtausch - allerdings ohne eine weitere Budenheimer Führung. Dann wiederholte sich jedoch das aus der ersten Hälfte bekannte Muster: Leipzig erzielte sechs Treffer in Serie und setzte sich innerhalb weniger Minuten auf 27:33 (42.) ab.

Gleiche Mentalität – bessere Abwehrarbeit

Angeführt von einem starken Alvar Matsuura startete Budenheim eine zweite Aufholjagd – auch hier ein Spiegelbild der ersten Halbzeit. Rückraumspieler Max Hessinger, Rechtsaußen Ole Schiebeler und Kreisläufer Henri Schleif brachten die Sportfreunde mit drei Treffern in Folge beim 34:35 (49.) wieder bis auf ein Tor heran. Bis zum 36:37 in der 53. Minute schien für die Gastgeber der Sieg bei der Erstliga-Heimpremiere möglich. Doch zum dritten Mal an diesem Nachmittag starte Leipzig eine Serie – diesmal zwar nur mit vier Treffern, doch beim 36:41 knapp fünf Minuten vor dem Ende waren die Budenheimer Chancen auf ein Minimum gesunken. Alvar Matsuura setzte mit seinem zehnten Treffer den Schlusspunkt zum 42:45.

„Wir sind beim ersten Kontakt in der Abwehr aktuell noch zu spät und nicht konsequent genug, zudem unterstützen unsere Nebenspieler zu wenig, wenn wir ein Eins-gegen-eins verlieren“, so Budenheims Trainer Kai Schiebeler. Positiv sei, dass seine Jungs trotz mehrerer Rückschläge immer wieder zurückgekommen sind. „Diese Mentalität brauchen wir – jetzt müssen wir sie mit deutlich besserer Abwehrarbeit verbinden.“

Ausblick: Auswärtsfahrt nach Filder

Intensives Defensivtraining steht also folgerichtig in dieser Woche als Vorbereitung auf das kommende Auswärtsspiel gegen JANO Filder an diesem Samstag (26. September) ab 17:30 Uhr auf dem Trainingsplan. Das Team aus Baden-Württemberg hat nach der 29:32-Auftaktniederlage in Leipzig sein erstes Heimspiel gegen Balingen knapp mit 35:33 gewonnen und will seinen Aufwärtstrend fortsetzen. Budenheim will dagegen nicht nur seine guten Offensiv-Ansätze aus den ersten beiden Saisonspielen bestätigen, sondern auch seine Abwehr stabilisieren. Klares Ziel: Die U19-Sportfreunde wollen im dritten Spiel die ersten beiden Saisonpunkte einfahren. Fans haben die Möglichkeit, das Team bei dieser Mission zu unterstützen und dafür im Mannschaftsbus nach Ostfildern mitzufahren (Erwachsene 15 Euro, Kinder 10 Euro). Abfahrt ist am Samstag um 12:30 Uhr vor der Waldsporthalle.

Für die Sportfreunde spielten und trafen: Paul Kohlmaier, Maximilian Ortmann – Alvar Matsuura (10), Henri Schleif (8), Max Hessinger (7/4), Philipp Patrzalek (7), Ole Schiebeler (7/1), Peter Szabady (3), Timo Schorr, Felix Kessel, Luca Roll, Bosse Hamann, Marius Lupp, Samuel Karram, Elias Hög, Maximilian Sieder.

Hier geht es zum Pressebericht der VRM: https://www.vrm-wochenblaetter.de/rheinland-pfalz/sport/u19-handballer-der-sportfreunde-budenheim-zeigen-starke-leistung-6272730

Budenheims Kreisläufer Henri Schleif findet nach seiner Genesung weiter zu alter Stärke und steuerte acht Treffer bei. Foto: Sportfreunde Budenheim / Ingo Fischer
Fokussiert: Budenheims Trainer Fabian Vollmar instruiert sein Team während eines Team-Timeouts. Foto: Sportfreunde Budenheim / Ingo Fischer