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U19: Nach der Auszeit aus der Bahn geflogen

|   mA1-Jugend

U19 der Sportfreunde Budenheim verlieren Auswärtsspiel bei JANO Filder

 

Die A1-Jungs der Sportfreunde Budenheim warten auch nach dem dritten Saisonspiel auf ihre ersten Punkte in der Ersten Jugend-Bundesliga Handball (JBLH). Beim 32:37 bei JANO Filder zeigt sich der Aufsteiger zwar defensiv stark verbessert und führte eine Viertelstunde vor Schluss gar mit zwei Toren – verlor dann aber, nach einem Team-Timeout der Gastgeber, zunächst völlig den Faden und dann das Spiel. Nach einem spielfreien Wochenende empfängt das Budenheimer A-Jugend-Team am 11. Oktober die JSG Balingen-Weilstetten.

Es ist zum Haare raufen. „Wir hätten heute – wieder einmal – gewinnen können“, so Budenheims Trainer Fabian Vollmar nach dem Spiel. Kai Schiebeler, sein Doppelspitzen-Kompagnon pflichtet ihm bei: „JANO Filder ist eine herausragende Jugendmannschaft – aber heute waren sie absolut zu schlagen.“

Erstmals in dieser Saison konnten die Sportfreunde nahezu aus dem Vollen schöpfen. Idriss El Hammoumi stand nach seinem Einsatz für die marokkanische Jugendnationalmannschaft erstmals in dieser Bundesliga-Saison im Budenheimer Kader. Die Trainingswoche hatte vor allem unter einem Vorzeichen gestanden: Budenheim wollte sich nach den vielen Gegentoren bei der 42:45-Heimpremieren-Niederlage gegen Leipzig in der Defensive verbessern.

Gute Phase – schlechte Phase

Der Start in der Ostfildener Körschtalhalle verlief allerdings alles andere als nach Plan: Noch bevor die U19-Sportfreunde richtig im Spiel waren, führte JANO mit 4:0 (4. Minute). Doch damit war es mit der Überlegenheit der Gastgeber zunächst vorbei: Aus einem 3:6 (7.) machte Budenheim innerhalb von drei Minuten ein 7:6 – und das in Unterzahl nach einer Zeitstrafe gegen Max Hessinger.

„Nach dem schlechten Start sind die Jungs nicht hektisch geworden, sondern haben sich über die Abwehr zurück ins Spiel gekämpft, haben Duelle gewonnen, in der Defensive Bälle erobert und daraus resultierend schnelle Tore erzielt“, so Vollmar. Doch wie schon in der Partie gegen Leipzig wechselten sich bei Budenheim auch diesmal wieder starke und schwache Phasen munter ab. Filder erzielte postwendend seinerseits vier Tore in Serie und stellte beim 7:10 (14.) aus Budenheimer Sicht den alten Abstand wieder her.

Den Rest der ersten Halbzeit waren sich beide Teams ebenbürtig, JANO legte stets zwei bis drei Tore vor und Budenheim konnte immer wieder verkürzen. Eine erneute Führung wollte jedoch nicht herausspringen, daran änderte auch die Rote Karte gegen JANO-Spieler Max Klein nichts, der Sportfreunde-Rechtsaußen Ole Schiebeler bei einem Tempo-Gegenstoß in der 20. Minute in vollem Lauf von den Beinen geholt hatte. Nach einer längeren Behandlungspause konnte der Sohn des Budenheimer Trainers zum Glück ohne schwere Verletzung weiterspielen. Kurz vor der Pause verkürzten Felix Kessel und Max Hessinger zum 16:17-Halbzeitstand aus Budenheimer Sicht.

JANO wackelt

In der Pause haben Kai Schiebeler und Fabian Vollmar offensichtlich die richtigen Worte gefunden, denn ihre Sportfreunde agierten nach Wiederanpfiff sehr selbstbewusst, energisch – und nicht nur optisch überlegen. Alvar Matsuura und Max Hessinger sorgten schnell für den 18:18-Ausgleich (33.), ehe Felix Kessel seine Mannschaft beim 20:19 (36.) erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung brachte. In der 40. Minute traf Max Hessinger gar zum 23:21. Budenheim wirkte überlegen, schaffte es durch einige unkonzentrierte Abschlüsse jedoch nicht, sich weiter abzusetzen.

JANO-Trainer Alexander Adam erkannte die Gefahr und nahm beim Spielstand von 25:24 für Budenheim (46. Minute) die entscheidende Auszeit. Sein Team wackelte zu diesem Zeitpunkt stark und hatte kaum noch Ideen, die immer stabiler werdende Budenheimer Abwehr zu knacken. Der entscheidende Kniff gelang Adam jedoch nicht im Angriff. Sondern, indem er die eigene Abwehr in eine extrem offensive 1:5-Formation umstellte – und das Budenheimer Team damit sichtlich überraschte.

Im Lernprozess

Kurz nachdem das Spiel fortgesetzt wurde, folgten extrem bittere neun Minuten für Budenheim, als JANO Filder mit einem 9:1-Tore-Lauf enteilte. Als das Trainerduo der Sportfreunde beim Stand von 27:33 seinerseits die Grüne Karte zum Team-Timeout legte (55.), und damit den Sturmlauf der Gastgeber stoppte, war das Spiel bereits entglitten. „Wenn Du in dieser Phase vier komplett freie Würfe liegen lässt, wenn Du bei eigenem leeren Tor zweimal den Ball im Angriff herschenkst, dann bestraft dich eine Mannschaft auf diesem Niveau“, so Kai Schiebeler. In den letzten fünf Spielminuten passierte nichts Entscheidendes mehr. Beim Stand von 32:37 pfiff das Schiedsrichter-Gespann Levin Wanders und Georgios Dalampakis die Partie ab und besiegelte die dritte Budenheimer Niederlage im dritten Saisonspiel

„Wir haben das Ergebnis zu akzeptieren, aber wir müssen es auch richtig einordnen“, sagte Fabian Vollmar: Über einen sehr langen Zeitraum habe sein Team absolut auf Augenhöhe agiert, zudem sei defensiv gegenüber der vergangenen Woche eine klare Verbesserung erkennbar gewesen. „Gleichzeitig müssen wir lernen, dass auf diesem Niveau wenige Minuten reichen, um ein Spiel aus der Hand zu geben. Das künftig zu verhindern, gehört zu dem Lernprozess, den wir gerade durchlaufen.“

Ausblick: Balingen kommt

Nach einem spielfreien Wochenende empfangen die Budenheimer Bundesliga-Jungs am Sonntag, 11. Oktober, um 15 Uhr die JSG Balingen-Weilstetten in der heimischen Waldsporthalle. Das baden-württembergische Team ist mit zwei Niederlagen in die Runde gestartet, konnte aber jüngst beim 36:35 gegen den HC Erlangen den ersten Saisonsieg feiern. In ihrem zweiten Heimspiel werden die jungen Budenheimer Sportfreunde ihrerseits erneut alles dafür geben, sich für gute Leistungen endlich auch mit Punkten zu belohnen.

Für die Sportfreunde spielten und trafen: Felix Gleißner, Paul Kohlmaier – Max Hessinger (9/1), Alvar Matsuura (6), Phillip Patrzalek (5), Felix Kessel, Peter Szabady (je 4), Henri Schleif, Ole Schiebeler (je 2), Timo Schorr, Bosse Hamann, Marius Lupp, Samuel Karram, Idriss El Hammoumi, Felix Patrzalek, Maximilian Sieder.

 

Felix Gleißner (grünes Trikot) pariert auch den Nachwurf durch JANO-Spieler Theophil Hofmann. Unmittelbar zuvor war dessen Mitspieler Lasse Mühlpointner (liegend) ebenfalls frei am starken Budenheimer Torwart gescheitert.
Freiwillig hätte Ole Schiebeler diesen Tempo-Gegenstoß nicht mit dem Rücken zum Tor abgeschlossen. Unmittelbar zuvor hatte ihn sein Gegenspieler Max Klein (l.) rotwürdig gefoult. Fotos: Sportfreunde Budenheim / Ingo Fischer