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U19 knackt beim Last-Second-Sieg in München die bisher uneinnehmbare Festung „Hachinga Halle“

|   mA1-Jugend

Die U19 zeigt nach dem Rückschlag gegen Pforzheim eine starke Reaktion und siegt 34:33 bei HT München

Nach einer intensiven und schwierigen Woche hat die U19 der DJK SF Budenheim in der 2. Jugendbundesliga (JBLH) ein starkes sportliches Zeichen gesetzt. Beim weitesten Auswärtsspiel der Saison setzte sich das Team in einem hochklassigen, temporeichen und bis zur letzten Sekunde offenen Spiel mit 34:33 (16:17) bei HT München durch. Der entscheidende Treffer fiel mit der Schlusssirene – vor über 200 Zuschauern in der Hachinga-Halle.

Bereits im Vorfeld deutete vieles auf ein besonderes Spiel hin. Die beiden besten Angriffsreihen der Liga trafen aufeinander, entsprechend war ein torreiches und offensiv geprägtes Duell erwartet worden. Beide Mannschaften bestätigten diese Prognose über sechzig Minuten hinweg eindrucksvoll.

Die Voraussetzungen für Budenheim waren dennoch schwierig. Nach der deutlichen Heimniederlage gegen Pforzheim stand das Spiel in München unter besonderer Beobachtung. Um die lange Anreise möglichst professionell zu gestalten, entschied sich die Mannschaft bewusst für eine entspannte Anreise am Vortag inklusive Hotelübernachtung. Kurzfristig verschlechterten sich die Vorzeichen weiter: Innenblockspieler Niclas Gohrbandt musste aufgrund eines Magen-Darm-Infekts passen und fiel kurzfristig aus. Auch die Gastgeber hatten personelle Sorgen zu verkraften und mussten mit Maximilian Kopp ebenfalls auf einen wichtigen Leistungsträger verzichten, der verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stand.

Vom Anwurf an entwickelte sich ein Spiel auf sehr hohem A-Jugend-Bundesliga-Niveau. Budenheim kam gut in die Partie und setzte früh offensive Akzente. Vor allem Linkshänder Alvar Matsuura präsentierte sich in der Anfangsphase sehr durchsetzungsstark. Dazu zeigte sich Phillip Patrzalek auf Linksaußen äußerst beweglich, suchte immer wieder den Weg in freie Räume und sorgte mit seinen Aktionen über das gesamte Feld hinweg für Gefahr. Er ging dabei sichtbar voran und machte seiner Mannschaft früh vor, wie sich der Kater aus dem Pforzheim-Spiel abschütteln ließ.

Trotz der guten Anfangsphase gelang es Budenheim nicht, sich abzusetzen. HT München hielt mit hoher Effizienz dagegen, nutzte kleinere Ungenauigkeiten im Budenheimer Rückzug und blieb über den gesamten ersten Durchgang stabil. Mehrfach wechselte die Führung, ohne dass eine Mannschaft klare Vorteile erarbeiten konnte. Kurz vor der Pause gelang es den Gastgebern, sich leicht abzusetzen, letztlich ging Budenheim mit einem knappen 16:17-Rückstand in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel bot sich Budenheim zunächst mehrfach die Möglichkeit, das Spiel zu drehen. Die Mannschaft erspielte sich eine Reihe klarer Torchancen, ließ diese jedoch ungenutzt. Stattdessen musste Budenheim einem Rückstand hinterherlaufen, da München die ausgelassenen Möglichkeiten konsequent bestrafte.

In dieser Phase kam Torhüter Christopher Kropp ins Spiel und nutzte seine Chance. Mit mehreren wichtigen Paraden stabilisierte er die Defensive und verhinderte, dass sich die Gastgeber weiter absetzen konnten. Budenheim blieb dadurch im Spiel, fand wieder mehr Sicherheit und kämpfte sich Schritt für Schritt zurück.

„Wir haben heute nicht alles perfekt gemacht, aber wir sind im Kopf stabil geblieben“, ordnete Trainer Fabian Vollmar die Partie ein. „Nach der vergangenen Woche war es wichtig zu sehen, dass die Mannschaft Widerstände annimmt und trotzdem ihren Weg geht.“

In der Schlussviertelstunde entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams nutzten ihre Angriffe konsequent, das Spiel blieb eng und hoch emotional. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen, jede Aktion hatte unmittelbare Auswirkungen auf den Spielverlauf. Beim Stand von 33:33 nahm Budenheim Sekunden vor dem Ende die letzte Auszeit. Der letzte Angriff wurde klar vorbereitet und sollte über einen Kempa-Trick zum Abschluss gebracht werden. Bei der Abwehr dieser Aktion stand ein Münchner Spieler jedoch klar im Kreis, sodass das Schiedsrichtergespann folgerichtig auf Siebenmeter entschied. Max Hessinger übernahm die Verantwortung und verwandelte nervenstark mit der Schlusssirene zum 34:33-Auswärtssieg.

„In so engen Spielen geht es darum, klare Entscheidungen zu treffen“, sagte Trainer Kai Schiebeler nach dem Spiel. „Das haben die Jungs heute gemacht – ruhig, konzentriert und ohne Hektik.“

Neben der sportlichen Leistung war auch die Unterstützung von außen ein wichtiger Faktor. Fünfzig mitgereiste Zuschauer nahmen die lange Reise nach München auf sich und unterstützten die Mannschaft über die gesamte Spielzeit lautstark. Gerade in den engen Phasen der zweiten Halbzeit war dieser Rückhalt deutlich spürbar.

 

Ausblick:

Nach der kurzen Fastnachtspause wartet auf die DJK SF Budenheim nun die Fortsetzung einer besonders anspruchsvollen Phase der Saison. Weitere zwei schwere Auswärtsfahrten stehen an. Zunächst geht es nach Stuttgart, eine Woche später folgt das Spiel in Coburg. Beide Gegner kämpfen noch um Platz sechs und damit um die sichere Qualifikation für die kommende Saison. Entsprechend hoch ist die Brisanz dieser Begegnungen – beide Teams stehen unter Druck und gelten als unangenehme Aufgaben.

 

Endstand: 

HT München – DJK SF Budenheim 33:34 (17:16)

Torschützen DJK SF Budenheim:

Max Hessinger (11/6), Phillip Patrzalek (8), Alvar Matsuura (4), Henri Jacob Schleif (4), Ole Schiebeler (3), Timo Schorr (2), Levin Braun (1), Fabiano Barba (1)