Beim 30:28 Auswärtssieg gelingt der U19 der Sportfreunde, trotz roter Karte, personeller Rückschläge und zähem Spiel ein weiterer wichtiger Sieg. Der mittlerweile 8. Sieg in Folge!
Budenheim besteht die Reifeprüfung in Rodgau und macht Jagd auf einen Quali-Platz zur ersten Bundesliga
Die U19 Bundesligamannschaft der DJK SF Budenheim hat bei der HSG Rodgau Nieder-Roden eine echte Reifeprüfung bestanden. Beim 30:28-Auswärtserfolg (14:11) behauptete sich das Team in einer emotional aufgeheizten, körperlich extrem geführten und über weite Strecken unschönen Partie – und nahm zwei enorm wichtige Punkte mit auf die Heimreise. Nach dem spielerisch wie mental überragenden Auftritt gegen Tabellenführer Melsungen in der Vorwoche war dieses Spiel schwere Kost. Doch Budenheim fand einen Weg, auch diese Aufgabe zu lösen.
Schon die Vorzeichen waren schwierig. Mit Alvar Matsuura fehlte eine zentrale Säule im Budenheimer Spiel, zudem reiste die Mannschaft mit einem vergleichsweise schmalen Kader an. Rodgau hingegen konnte mehrere Akteure aus der eigenen B-Jugend-Bundesliga aufbieten und hatte damit deutlich mehr personelle Optionen. Für Matsuura sprang Marius Lupp ein, der seine Rolle zuverlässig ausfüllte. Zusätzlich ging Kreisläufer Levin Braun angeschlagen in die Partie – ein weiterer Faktor, der die Aufgabe für Budenheim nicht leichter machte.
Dennoch erwischten die Gäste einen Start nach Maß. Mit viel Tempo, klarer Zielstrebigkeit und hoher Intensität setzte Budenheim früh Akzente. Nach nicht einmal drei Minuten stand es 3:0, wenig später 6:3. Über schnelles Umschaltspiel und konsequente Abschlüsse dominierte Budenheim die Anfangsphase klar und setzte Rodgau früh unter Druck. „Wir wollten von Beginn an zeigen, dass wir trotz der Ausfälle voll da sind“, sagte Trainer Fabian Vollmar. „Das hat die Mannschaft in den ersten Minuten sehr gut umgesetzt.“
Mit zunehmender Spieldauer veränderte sich jedoch der Charakter der Partie. Rodgau kämpfte sich mit viel Einsatz zurück, das Spiel wurde härter, zerfahrener und zunehmend nickelig. Zeitstrafen und Siebenmeter bestimmten den Rhythmus, Spielfluss kam kaum noch auf. Der entscheidende Einschnitt folgte kurz vor der Pause: Niclas Gohrbandt sah nach einem harten Foul die rote Karte und musste frühzeitig vom Feld. Budenheim verlor damit einen weiteren Schlüsselspieler – und stand somit vor einer weiteren enormen Herausforderung.
Trotzdem behaupteten die Gäste ihre Führung und gingen mit einem 14:11 in die Kabine.
Sehr intensive zweite Hälfte
Die zweite Halbzeit entwickelte sich zu einem intensiven Kampfspiel, in dem kein Team entscheidend davonziehen konnte. Rodgau erhöhte den Druck, kam mehrfach zum Ausgleich und ging zwischenzeitlich sogar in Führung. Einen großen Anteil daran hatte Torhüter Daniele Giannusa, der – wie bereits in der Bundesliga B-Jugend – eine überragende Leistung zeigte und seine Mannschaft mit zahlreichen Paraden immer wieder im Spiel hielt.
Auf der Gegenseite konnte Paul Kohlmaier an seine starke Leistung aus der Vorwoche anknüpfen. Mit wichtigen Paraden in entscheidenden Phasen hielt er wiederum Budenheim im Spiel, sodass sich phasenweise ein intensives und hochklassiges Torhüterduell entwickelte.
Ein Schlüsselmoment für Budenheim war die Rückkehr von Felix Kessel, der nach längerer Pause aufgrund eines grippalen Infekts zurückkehrte und Mitte der zweiten Halbzeit wieder auf der Platte auftreten konnte. Auf der Mitte brachte er viel Entschlossenheit, Tiefe und klaren Zug zum Tor ins Budenheimer Angriffsspiel. Immer wieder suchte er konsequent das Eins-gegen-Eins, stellte sich der ruppigen Abwehr der Hausherren und setzte wichtige Impulse in einer Phase, in der das Spiel auf Messers Schneide stand.
Die Schlussphase wurde zum echten Nervenspiel. Kein Team konnte sich absetzen, jeder Angriff hatte potenziell spielentscheidenden Charakter. Budenheim blieb jedoch fokussiert, traf in der Crunchtime die besseren Entscheidungen und zeigte genau die Abgeklärtheit, die in engen Bundesliga-Partien den Unterschied macht. Mit konsequent ausgespielten Angriffen sicherten sich die Gäste am Ende den verdienten Auswärtssieg.
„Solche Spiele entscheiden sich nicht über Schönheit, sondern über Haltung“, ordnete Kai Schiebeler ein. „Wir haben heute enorme Widerstände gehabt – Ausfälle, die rote Karte, viele Stafminuten, die Härte des Spiels. Entscheidend war, dass die Jungs zusammengeblieben sind und bis zur letzten Minute an sich geglaubt haben.“
Mit dem 30:28-Erfolg nimmt Budenheim zwei wertvolle Punkte mit und richtet den Blick nach vorne. In der kommenden Woche wartet das Spitzenspiel gegen Pforzheim. Die Erkenntnis aus Rodgau ist klar: Auch an Tagen, an denen es schwerfällt, findet diese Mannschaft Wege zu gewinnen.
DJK SF Budenheim:
Hessinger (6/2), Schiebeler (6), Patrzalek (5), Schleif (5), Gohrbandt (3), Karram (2), Kessel, Lupp, Levin Braun (je 1).