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„Die Sportfreunde-Mannschaft ist eine extrem geile Truppe“ Fünf Sportfreunde nehmen Abschied – unter ihnen auch Heimkehrer Finnian Lutze

Neben den vier bereits bekannten Abgängern steht nun fest, dass auch Rückraumspieler Finnian Lutze aus beruflichen Gründen nicht mehr für die Sportfreunde Budenheim auflaufen wird. Wir lassen zum Abschied noch einmal alle unsere Weggefährten ausführlich zu Wort kommen. Zudem erklärt Cheftrainer Volker Schuster, ob er bei fünf Abgängen und nur einem externen Zugang nun einen Einbruch im Leistungsniveau der ERSTEN fürchtet.

Finnian Lutze: „Nach drei Jahren in Budenheim zieht es mich wieder in Richtung Heimat und zurück zu dem Verein, von dem ich hierher gewechselt bin“, sagt Finnian ‚Schmiddi‘ Lutze. „In meine Budenheimer Zeit fiel die Corona-Pandemie, sodass ich nur eine einzige Saison komplett spielen konnte. Trotzdem konnte ich viel lernen, auf, aber insbesondere auch neben dem Spielfeld. Am aufregendsten war mit Sicherheit die Situation im Sommer 2021, als wir alle nicht wussten, in welcher Liga wir die nächste Saison bestreiten dürfen.

Ich wurde 2019 hier super aufgenommen und hatte extrem viel Spaß mit der Mannschaft. Es waren spannende drei Jahre mit einem Abschluss, den ich mir sicherlich etwas anders vorgestellt habe. Ich wünsche dem Verein, aber vor allem der Ersten Mannschaft, dass sie in der nächsten Saison sofort wieder eines der Top-Teams in der Oberliga RPS sein wird und möglichst bald dann auch einen sportlichen Aufstieg in die Dritte Liga feiern darf.“

„Schade, dass uns Finnian Lutze wieder verlässt, da es ihn beruflich nach Kassel verschlägt und er dadurch auch wieder näher bei seiner Freundin wohnt“, so Volker Schuster. „Finnian ist ein absoluter Allrounder und kann auf allen Positionen im Rückraum und zur Not sogar am Kreis spielen und ist zudem auch in der Abwehr sehr variabel einsetzbar. Es schlummert noch sehr viel Potenzial in ihm, und ich bedauere es, dass er sich nicht bei uns weiterentwickeln kann. Zumindest vorerst, denn ich glaube an die alte Weisheit ‚Man sieht sich immer zwei Mal im Leben`. Wenn Finnian im Laufe seiner beruflichen Karriere wieder ins Rhein-Main-Gebiet kommen sollte, ist er bei den Sportfreunden herzlich willkommen.“

Lukas Nagel

„Die vergangenen neun Jahre in Budenheim waren eine super Zeit für mich, die ich nicht vergessen werde“, sagt Lukas Nagel. „Einen besonderen Moment kann ich gar nicht hervorheben. Vielmehr möchte ich die Chance nutzen, um mich bei allen Menschen zu bedanken, die den Spielbetrieb in Budenheim möglich machen: Thekenteam, Hallenwischer Markus Kaltenbach und viele ehrenamtliche Helfer: Ohne euch würde das in dieser Form nicht stattfinden! Danke auch an meine Teamkollegen, die mittlerweile zu engen Freunden geworden sind. Für die Zukunft wünsche ich den Jungs vor allem den nötigen sportlichen Erfolg, aber auch ein gutes Händchen bei der Standortwahl der nächsten Abschlussfahrt.“

„Lukas Nagel ist in der ganzen Region bekannt als ein Spieler, der mit seiner extremen Qualität eine Partie alleine entscheiden kann“, sagt Sportfreunde-Trainer Volker Schuster. „Seine besondere Stärke sind die unkonventionellen Würfe aus jeder Lage auf jeder Rückraumposition, mit denen er viele Jahre lang zu den erfolgreichsten Torschützen der Sportfreunde gehörte. Eine Tatsache, die weniger ins Auge springt, ist, dass Lukas zudem auch ein sehr cleverer Abwehrspieler ist, der gut zupacken kann. Aus beruflichen Gründen steht uns Lukas leider nicht mehr zur Verfügung. Er wird uns auch aufgrund seiner immensen Erfahrung sehr fehlen.“

Philipp Becker

„Pibbo“ Becker hatte bereits vor drei Jahren seine Handballschuhe an den Nagel gehängt, um sie dann für die Saison nach dem Drittliga-Aufstieg doch noch einmal zu schnüren. In der kommenden Spielzeit wird er als Volkers Co in den Trainerstab aufrücken. „Es war immer mein Traum, mit meinen Jungs, in meinem Heimatverein Dritte Bundesliga Handball spielen zu dürfen“, so Philipp Becker. „Dass dieser Traum wahr wurde, dafür bin ich jedem dankbar, der auch nur den kleinsten Anteil daran hatte. In einigen Spielen konnten wir zeigen, dass wir dort auch wirklich eine Chance hatten. Das hat wirklich viel Spaß gemacht.

Als Höhepunkt der Drittliga-Saison ist mir besonders das Heimspiel gegen Bieberau kurz vor Weihnachten in Erinnerung geblieben. Dank einer großartigen Abwehrleistung konnten wir einem der Aufstiegsfavoriten ein Unentschieden abnehmen. Das erste Abstiegsrundenspiel gegen Menden war von der Stimmung her eines der besten Partien, die ich in der Waldsporthalle bisher spielen durfte. Nun ist das Abenteuer Dritte Liga erst einmal zu Ende, aber wir wollen so schnell wie möglich wieder oben dabei sein. Als Co-Trainer werde ich dann in einer anderen Rolle weiterhin alles geben, um meinen Anteil zum Erfolg dieser Mannschaft, dieses Vereins beizutragen.“

„Philipp Becker hatte nach unserem Aufstieg den Wunsch geäußert, nach zwei Jahren in die Mannschaft zurückzukehren und mit seinen Jungs in der Dritten Liga zu spielen“, erinnert sich Volker Schuster. „Das hätte ich mit keinem anderen Spieler so gemacht, aber bei Philipp wusste ich, wie er die Mannschaft bereichern kann, wenn wir ihn wieder fit bekommen. Und das ist gelungen, Philipp war auf und neben dem Platz eine der Säulen dieser Bundesliga-Spielzeit. Er hat sich extrem in den Dienst unserer Mannschaft gestellt. Ich bin sehr froh, dass uns der ‚Wahre Sportfreund‘ in einer anderen Funktion erhalten bleibt.“

Arne Teschner

„Nach vier Jahren Budenheim ist es jetzt an der Zeit, mich vorerst zu verabschieden“, so Linksaußen-Spieler Arne Teschner. „Nachdem ich im Sommer mein Studium abschließen werde, zieht es mich zunächst ins Ausland. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten rund um den Verein – insbesondere dem Thekenteam – für die Unterstützung und die erfolgreiche Zeit bedanken. Leider ist meine vergangene Saison bedingt durch den frühen Kreuzbandriss nicht ganz so verlaufen, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Nichtsdestotrotz war die Saison in der Dritten Liga nicht nur für mich, sondern für uns alle ein Highlight und eine unvergesslich schöne Zeit, an die ich mich immer wieder gerne zurückerinnern werde. Ich bin stolz, ein Teil dieser Mannschaft und der Sportfreunde Budenheim gewesen zu sein. Dem Team wünsche ich für die nächste Saison, dass es von seinen in der Dritten Liga gesammelten Erfahrungen profitiert und seine Ziele frühestmöglich erreicht, um eine zentrale Rolle im Kampf um die vorderen Oberliga-Plätze zu spielen.“

„Leider hat sich mit Arne Teschner unser Stamm-Linksaußen schon früh in dieser Drittligasaison verletzt“, so Volker Schuster. „Das mussten wir kompensieren mit unseren Nachwuchsspielern plus Armin Henke. Mit Arnes studien- und berufsbedingtem Weggang geht uns viel Qualität insbesondere im Gegenstoß- und Tempospiel verloren. Arne ist ein sehr wichtiger Teil unserer Mannschaft und reißt eine Lücke auf dieser Position, die wir mit den jungen Spielern stopfen wollen.“

Lukas Klimavicius

„Der besondere Moment und mein größter persönlicher Erfolg mit den Sportfreunden Budenheim fielen auf dasselbe Ereignis“, so Lukas Klimavicius: „Es war das Spiel gegen Bad Neustadt. Unser erster Sieg in der Dritten Liga und die ersten beiden Punkte auf unserem Konto. Es war der geilste und zugleich schönste Moment, nachdem ich mein erstes ‚richtiges‘ Spiel in der Dritten Liga absolviert hatte. Nach dem Schlusspfiff kam die ganze Mannschaft auf mich zugestürmt und hat sich nicht nur wegen den zwei Punkten gefreut, sondern auch für mich. Die Sportfreunde-Mannschaft ist eine extrem geile Truppe! Ich liebe einfach jeden von denen und viel mehr brauche ich dazu gar nicht sagen. Selbstverständlich wünsche ich ALLEN eine verletzungsfreie und erfolgreiche Saison in der Oberliga. Aber viel mehr noch wünsche ich mir, dass selbst wenn der Kontakt irgendwann weniger werden sollte – was ich nicht hoffe – sich die Budenheimer Jungs immer mal wieder zurück erinnern an ihren ‚Lettendieter‘ und ‚Osteuropäischen Rußer‘.

„Wir wollten Lukas Klimavicius im Angriff langfristig im Linken Rückraum und im Abwehr-Zentrum aufbauen“, so Volker Schuster. „Doch als der Wechsel nach Budenheim schon feststand, hat sich Lukas in seinem letzten Spiel für die TG Osthofen schwer an der Schulter verletzt und musste lange pausieren. Ehrgeizig, wie er ist, hat er sich immer wieder herangekämpft, doch nach mehreren Anläufen und ständigen Rückschlägen musste er leider feststellen, dass ihm trotz seines jungen Alters nichts anderes übrigbleibt, als die Handballschuhe an den Nagel zu hängen. Das macht mich persönlich betroffen. Lukas wird uns als Spieler und Mensch fehlen, weil er ein wichtiger Baustein in der Mannschaft war und einen guten Draht zu seinen Mitspielern hatte.“

Steht das Team vor einem Umbruch?

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir trotz der fünf schmerzlichen Abgänge auch in der kommenden Saison wieder einen sehr starken Kader aufbieten können“, so Volker Schuster. Mit Rückraum Links Stefan Corazolla haben wir zwar nur einen externen Neuzugang zu vermelden, aber genau dieser stellt eine große Bereicherung für unser Spiel dar. Tobias Weyrich, der in der vergangenen Saison noch zwischen Erster und Zweiter Mannschaft pendelte, wird als ‚Ur-Budenheimer‘ nun fest in den Oberliga-Kader aufrücken. Aus der Zweiten werden zudem Justus Teßnow und Lars Ludwig den Kader der Ersten Mannschaft ergänzen – sie hatten in der Drittligasaison ja bereits einige sehr vielversprechende Einsatzzeiten. Zudem wird Torwart Dominik Schäfer die Vorbereitung mitmachen.

Unser starker Unterbau ermöglicht es uns also, dass wir keinen Umbruch im Team erleben werden. Die Integration der ‚neuen‘ Spieler wird problemlos gelingen. Die Jungs wissen, worum es geht. Sie kennen unsere Struktur und Spielweise.“